Familie, Bildung und Einkommen bringen Zufriedenheit, wer spart ist zufriedener - Allein leben macht unzufrieden - Zufriedenheitskiller Pflege
Studie: Die Wohlstandsformel – was die Bayern zufrieden macht
Familie, Bildung und Einkommen bringen Zufriedenheit, wer spart ist zufriedener
Allein leben macht unzufrieden 
Zufriedenheitskiller Pflege
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Frankfurt am Main, 31. Januar 2019 – Die Menschen in Bayern sind insgesamt mit der Welt und sich im Reinen. Mehr als jeder Zweite (58 Prozent) sagt von sich, dass er mit seinem Leben zufrieden ist. Nur ein geringer Anteil von sechs Prozent ist unzufrieden. 36 Prozent ordnen sich dazwischen ein. Das sind die Ergebnisse einer repräsentativen Befragung im Auftrag von Union Investment durch Kantar Emnid. Die Studie ging der Frage nach, welche Komponenten zum individuell wahrgenommenen Wohlstand beitragen. Einerseits wurden materielle Aspekte untersucht, gemessen über die Frage, inwiefern man sich leisten kann, was man haben möchte. Andererseits wurde betrachtet, welche Faktoren zum emotionalen Wohlstand und damit zum Wohlbefinden der Menschen beitragen – gemessen über die Frage nach der allgemeinen Lebenszufriedenheit. „Die Ergebnisse bestätigen, dass sich emotionaler und materieller Wohlstand nicht trennen lassen. Beides gehört sehr eng zusammen und muss daher gemeinsam betrachtet werden“, sagt Harald Biefel, Landesdirektor für Bayern bei Union Investment.
Die Studie zeigt, dass bei der Beurteilung der eigenen Lebenssituation materieller Wohlstand eine Rolle spielt, das Thema insgesamt aber umfassender ist: „Die Wohlstandsformel lautet: Es geht nicht nur um Besitz, Einkommen und Vermögen, sondern auch um das allgemeine Wohlbefinden, Lebensziele und was die Menschen antreibt, bestimmte Entscheidungen zu treffen“, so Biefel weiter.

Emotionaler Wohlstand: Was macht Menschen zufrieden?
Zufriedenheit ist häufig abhängig vom Eintritt verschiedener Ereignisse mit einschneidender Bedeutung für die eigene Biographie. So zeigen sich bundesweit unter anderem die Menschen am zufriedensten, die in den vergangenen zehn Jahren ein eigenes Haus oder eine eigene Wohnung gekauft haben. Bei ihnen liegt der Zufriedenheitswert auf einer Skala von 0 bis 10 bei 8,0. Genauso zufrieden sind diejenigen, die im gleichen Zeitraum einen Karriereschritt nach oben gemacht haben (7,9). Auch die eigene Hochzeit in den vergangenen zehn Jahren verbessert den Zufriedenheitswert auf 7,8. Bemerkenswert: Am zufriedensten sind Menschen, die in den vergangenen zehn Jahren einen größeren Geldbetrag verschenkt haben (8,2).

Großen Einfluss auf die Zufriedenheit hat die Familie: Je größer der Haushalt ist, um so zufriedener sind die Menschen in Deutschland. Dort wo vier oder mehr Personen im Haushalt leben, sagen fast zwei Drittel der Befragten (64 Prozent), dass sie zufrieden sind. Ihr Zufriedenheitswert liegt bei 7,7. Auch auf wichtige Lebensentscheidungen hat die Familie großen Einfluss. In Bayern ist dies für fast drei Viertel der Befragten (72 Prozent) der Fall. „Außerdem zeigen die Ergebnisse, dass neben der Familie auch die Bildung einen großen Einfluss auf die Lebenszufriedenheit hat“, erklärt Oliver Krieg, Senior Director bei Kantar Emnid.
Darüber hinaus steigt erwartungsgemäß im ganzen Land die Lebenszufriedenheit der Befragten auch mit zunehmendem Einkommen und Vermögen. So zeigt sich, dass Sparer unabhängig vom Einkommen die zufriedeneren Menschen sind. Denn ganz gleich, ob geringes, mittleres oder hohes Einkommen: Über alle Gehaltsstufen hinweg äußern Sparer eine größere Lebenszufriedenheit. Von den Befragten, die monatlich sparen, sind bundesweit knapp zwei Drittel mit dem Leben insgesamt zufrieden (63 Prozent). Wer mit seinem Leben zufrieden ist, spart durchschnittlich 481 Euro pro Monat. Das entspricht einer Sparquote von 14,6 Prozent. Alle anderen Sparer kommen auf eine Quote von 11,8 Prozent und legen 316 Euro monatlich beiseite. Hinzu kommt: Unzufriedene Menschen sparen häufig gar nicht. Fast zwei Drittel (61 Prozent) derjenigen, die unzufrieden sind sagen, dass sie gar nicht sparen. Unter den Zufriedenen sind dies nur 14 Prozent. Der Durchschnitt liegt bei 22 Prozent. „Sparen bedeutet für die Menschen Sicherheit und sorgt so eben auch für Zufriedenheit“, folgert Landesdirektor Biefel.

Bei ihren Sparzielen setzt die Hälfte der Menschen im Freistaat (50 Prozent) auf den Notgroschen, bundesweit sparen mit 54 Prozent sogar noch mehr Menschen für eine Notfallreserve. Überdurchschnittlich wichtig ist für die Bayern die eigene Altersvorsorge: 47 Prozent der Befragten legen dafür Geld beiseite. Dieser Wert liegt deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von 38 Prozent.

Materieller Wohlstand in Bayern: Zufriedenheit plus Optimismus bei den finanziellen Möglichkeiten
Für die Menschen in Bayern gilt im Besonderen, dass sie mit Blick auf ihre eigenen finanziellen Möglichkeiten ähnlich zufrieden sind wie die Menschen insgesamt in Deutschland. Immerhin knapp jeder Dritte (27 Prozent) glaubt, dass er sich alles leisten kann, was er haben möchte (Bundesdurchschnitt 26 Prozent). Nur jeder zehnte (11 Prozent) Bayer gibt an, dass er sich im Moment nur das Nötigste leisten kann, bundesweit sind es mit 9 Prozent etwas weniger. Knapp zwei Drittel (62 Prozent) ordnet sich zwischen diesen beiden Extremen ein.
Optimistisch gestimmt sind die Bayern bei der Einschätzung ihres zukünftigen finanziellen Spielraums: Fast jeder Vierte (39 Prozent) rechnet damit, sich in zehn Jahren alles leisten zu können, was er haben möchte (bundesweit 36 Prozent).
Was macht unzufrieden?
Die größten Zufriedenheitskiller sind deutschlandweit negative Lebensereignisse in den zurückliegenden zehn Jahren. Ganz vorne liegen hier vor allem Themen, die in der Familie oder im persönlichen Umfeld für große Veränderungen oder Belastungen sorgen. Besonders gravierend sind einschneidende Lebensereignisse, die mit dem Alter zu tun haben. Ganz vorne liegt dabei die eigene Pflegebedürftigkeit. Menschen, die auf Pflege angewiesen sind, haben den niedrigsten Wert auf der Zufriedenheitsskala (5,6). Aber auch diejenigen, die Angehörige pflegen, sind mit ihrem Leben wenig zufrieden (6,9).

Hinzu kommt: Wer sein Leben allein bestreitet oder bestreiten muss, ist damit weniger zufrieden. Diejenigen, die in den vergangenen zehn Jahre eine Scheidung durchgemacht haben, deren Lebenspartner verstorben ist oder wer als Single lebt, äußert sich eher unzufrieden: Menschen, die in einem Ein-Personen-Haushalt leben, kommen auf der Zufriedenheitsskala nur auf 6,7. Wer hingegen im (mindestens) Vier-Personen-Haushalt lebt auf 7,7.
Wie sich Zufriedenheit auswirkt
Die Studie zeigt, dass zufriedenere Menschen optimistisch nach vorn blicken. Wer zufrieden ist, glaubt häufiger, die finanzielle Zukunft selbst in der Hand zu haben. Drei Viertel (75 Prozent) der zufriedenen Menschen bundesweit meinen, dass sie durch ihr eigenes Sparverhalten beeinflussen können, wie sie in zehn Jahren finanziell aufgestellt sind. Unter denen, die unzufrieden sind, sagen dies nur 36 Prozent. Nur rund ein Drittel der Deutschen (34 Prozent) glaubt nicht daran, die eigene finanzielle Zukunft selbst gestalten zu können.

Zur Studie
Befragt wurden mehr als 3.000 Erwachsene im Zeitraum von Juni bis August 2018. Dazu wurden telefonisch Interviews durchgeführt. Die Befragung ist bevölkerungsrepräsentativ.



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Tel.: 069-2567-1844
Mail: jutta.reuffer@union-investment.de

Brigitte Ott, Pressesprecherin
Tel.: 069-2567-2616
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